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Die drei Naikan-Fragen
Kernstück der Naikan-Übung sind die drei Naikan-Fragen, mit denen das erinnerte
Material gesichtet wird. Nur Antworten auf die drei Fragen sind im Prozess zulässig, alle
anderen Erinnerungen werden einfach gehen gelassen.
Die drei Fragen sind:
Was hat die Person,
in deren Spiegel ich mich betrachte, in diesem Zeitraum für mich getan?
Was habe ich im
gleichen Zeitraum für diese Person getan?
Welche
Schwierigkeiten habe ich dieser Person in der Zeit gemacht?
Die 4. mögliche Frage,
welche Schwierigkeiten die Person dem Naikan-Absolventen, der Naikan-Absolventin gemacht
hat, wird für die Dauer der Übung nicht betrachtet.
Die Begründung für
diese Vorgangsweise durch Ishin Yoshimoto war sehr simpel: Wäre diese Frage für
die persönliche Weiterentwicklung des Übenden zielführend gewesen, dann wäre der
Betreffende jetzt nicht im Naikan."
Und tatsächlich
eröffnen die drei Naikan-Fragen eine für viele Menschen völlig neue Sichtweise des
eigenen Verhaltens in einer Beziehung und damit auch auf ihrem geistigen Weg. Die beiden
ersten Fragen ermöglichen uns eine Bilanz über Geben und Nehmen. Die dritte Frage zeigt
uns, mit welchem Verhalten wir die Beziehung zu anderen Menschen stören. Grundlegende,
oft wiederkehrende Muster zeigen sich durch diese Betrachtung, aber auch Vorbehalte
gegenüber anderen Menschen oder ganzen Menschengruppen.
Hinter der ganzen Naikan-Methode steht die simple Erkenntnis, dass einzige der Mensch,
den ich ändern kann, ich selbst bin. Beginne ich mein Leben bewußt zu gestalten, dann
ändert sich auch meine Umgebung. Wenn ich weniger störe, dann werden auch die anderen
mich weniger stören. Beginne ich willentlich zu geben, dann werde ich auch viel erhalten.
Höre ich auf, andere oder anderes zu bekämpfen, dann wird die Welt einfach ein Stück
friedlicher sein.
Die drei
Naikan-Fragen sind das geniale Vermächtnis von Ishin Yoshimoto.
Sie zeigen auch in der tiefsten Selbsterfahrung die soziale Dimension auf und verhindern
damit jenen spirituellen Materialismus, der so viele Suchende
in die Irre führt.
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