
1947 wurde ich in Wien geboren. Meine Mutter stammte aus Deutschland, mein Vater zum größten Teil aus Ungarn - also bin ich eine echt österreichische Mischung, wie so viele in diesem Land.
Ich lebe gerne hier in Österreich, versteh mich aber einfach als Bürger unserer gemeinsamen Welt.
Mit meiner Frau Martha lebe ich seit 1981 zusammen.
Mein Leben war immer von zwei Zweigen geprägt. Dem ganz
normalen alltäglichen Leben, der einen Beruf bedeutet, Familie, Verpflichtungen. Der
andere Zweig war ein starkes spirituelles Interesse, schon von der Kindheit an. Damals war
es natürlich das christliche Weltbild, das mich beeinflußte, vor allem die Gestalt von
Jesus, an der mich aber nur eines interessierte - so zu werden wie er. Später kam ich dann einerseits
mit moderner abendländischer Philosophie in Kontakt, andererseits mit fernöstlicher
Mystik. Von unseren Philosophen war es Jean-Paul Sartre, der mich schon sehr früh ergriff
und rüttelte. Von den östlichen Traditionen war es vor allem der Buddhismus in
unterschiedlichen Ausprägungen. Aber auch Taoismus und seine Kind mit der buddhistischen
Lehre, der Chan (jap. Zen), formten meinen Geist. Trotz allem blieb ich aber hier nicht in
Formen stehen, sondern suche immer die Essenz zu
erkennen und zu verwirklichen.
Zwischen 1975 und 1986 baute ich (mit der Hilfe von vielen Freunden) das buddhistische Zentrum in Scheibbs auf. Dort konnte ich direkten und auch privaten Kontakt mit vielen buddhistischen und anderen spirituellen Lehrern halten. In der selben Zeit habe ich mich auch als Psychotherapeut und in humanistischer Psychologie ausgebildet. Auf diesen Fundamenten ruht seither meine Arbeit mit Menschen. Die wichtigste Begegnung in dieser Zeit war aber die mit der Methode Naikan.
Mein Freund Akira Ihsii brachte Naikan auf meine Initiative hin nach Scheibbs. Wir beide können uns seither über die positive Entwicklung der Methode in Europa freuen.
Heute wird meine Wirklichkeit von meiner Arbeit in der Wirtschaft - als Coach und Persönlichkeitstrainer - und von meinen Aufgaben als Naikan-Leiter bestimmt. Beides nimmt mich sehr in Anspruch, beides macht mir sehr viel Freude und beides regt meine eigene Entwicklung ununterbrochen an. Die Arbeit in der Wirtschaftswelt konfrontiert mich immer wieder mit Fragen nach dem Sinn des Lebens, den ich dann gemeinsam mit dem Fragenden zu ergründen suche. Und die eine Woche Naikan, die ich jeden Monat gemeinsam mit meiner Frau in unserem Zentrum leite, wirft mich immer wieder auf mich selbst zurück, schenkt mir aber auch tiefe Ruhe und einen ununterbrochenen Quell von Einsicht.
Ich denke, ich kann zufrieden sein mit dem, was bisher aus meinem Leben entwachsen ist. Meine Söhne machen mir viel Freude und ich glaube, sie werden sich ein gutes Leben erfüllen. Meine Partnerschaft hat Ecken und Kanten, und wir finden immer wieder zusammen, ohne der Schablone einer "spirituellen" Lebensgemeinschaft nachzueifern. Der Buddhismus in Österreich hat sich seit meinen ersten Bemühungen (die natürlich ohne die Unterstützung vieler anderer Menschen nicht denkbar wären, wie etwa Erich Skrleta, dem Begründer der Buchhandlung Octopus, oder Fritz Hungerleider, dem langjährigen Präsidenten der BGÖ, aber vor allem auf denen von Dr. Walter Karwath, dem ersten Präsidenten der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft, der mein wichtigster Lehrer war) sehr breit entwickelt. Und Naikan steht heute fest und sicher da, was auch den Begründer Ishin Yoshimoto sehr gefreut hat.
Ganz sicher möchte ich aber mich nicht auf diesen Entwicklungen ausruhen. Ein Satz von Angelus Silesius hat sich zu meinen Lebensmotto entwickelt:
"Freund, so Du etwa bist,
so bleib doch ja nicht stehn:
man muß aus einem Licht
fort in das andre gehn."
Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.
Franz und
Martha Ritter A-2821 Lanzenkirchen
Triftstraße 81
Fon: 0043-(0)2627-451020 Fax: 0043-(0)2627-451026 e-mail: nwi@naikan.com