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Die Geschichte von Naikan

Naikan – auf deutsch Innenschau - wurde in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Ishin Yoshimoto in Japan entwickelt. Herr Yoshimoto suchte, unterstützt von seiner Frau Kuniko, eine Methode der tiefen Selbsterkenntnis mit meditativer Ausrichtung zu finden. Seine ersten Teilnehmer waren Angestellte seines eigenen Unternehmens, die durch die Naikan-Erfahrung eine hohe Selbstständigkeit und Selbstverantwortung entwickelten. Als Ishin Yoshimoto in den fünfziger Jahren sieben Jahre lang mit TBC im Bett lag, stieg seine Firma trotzdem zum führenden Unternehmen seiner Branche in Japan auf.

Parallel dazu wurde Naikan als Resozialisierung in einem Gefängnis in Nara ausprobiert. Die Gefangenen nahmen die Methode begeistert an und bald verbreitete sich Naikan in vielen Strafanstalten Japans. Eine Studie aus den 60er Jahren zeigt, dass durch die Anwendung von Naikan die Rückfallquote von Schwerverbrechern um mehr als 50% sinkt. Damals hatten bereit über 100.000 Strafgefangene Naikan gemacht. Naikan ist auch heute noch die wichtigste Resozialisierungsmethode in diesem Land.

Nach seiner Gesundung gründete Herr Yoshimoto in Nara ein erstes Naikan-Zentrum und schenkte sein Unternehmen seinen Angestellten. Bis zu seinem Lebensende 1988 hat er dort gemeinsam mit seiner Frau Naikan geleitet. In den frühen siebziger Jahren begann dann die Gründung von weiteren Naikan-Zentren in Japan. Heute bestehen in diesem Land etwa 40 Zentren. Naikan wird aber auch in der Suchttherapie und in psychosomatischen Kliniken eingesetzt. Auch religiöse Tempel bieten Naikan als moderne Methode der Selbst-Verinnerlichung an. 1991 wird die I.N.A., die Internationale Naikan Association begründet, die seither alle 3 Jahre einen Internationalen Naikan-Kongress veranstaltet.

1980 kam Naikan nach Europa. In Scheibbs, Niederösterreich wurde von Akira Ishii ein erstes Naikan-Seminar geleitet, das der Beginn einer bisher ununterbrochenen Kette wurde. Im deutschsprachigen Raum gibt es selbstständige 4 Naikan-Zentren und einige Naikan-LeiterInnen, die Naikan-Seminare anbieten. Auch hier gelang es, Naikan sowohl im Strafvollzug als auch in der Drogentherapie zu verankern.

Auch in Nordamerika begann in den frühen achtziger Jahren die Entwicklung von Naikan. David Reynolds, ein amerikanischer Lebenshilfe-Autor veröffentlichte eine Reihe von Bücher, die sich mit der Methode und deren Vergleich mit anderen „stillen" Therapien auseinandersetzten. Danach fanden erste Naikan-Seminare statt, die auch in den USA und Canada immer mehr Interessenten ansprechen.

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