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Meditation ist ein ASC-Zustand (Altered State of Conciousness, außeralltäglicher Bewußtseinszustand), der grundsätzlich jedem Menschen zugänglich ist. In einem meditativen Zustand ändert sich die Gehirntätigkeit radikal. Die Erkenntnisfähigkeit verändert sich, Geistesinhalte wie Erinnerungen und Gedanken werden klarer erkannt und von einer ganz anderen Einsichtsfähigkeit aus betrachtet.

Zugleich ist Meditation eine mächtige Intervention. Es erfolgt eine weitgehende Ablösung von den emotionalen Bindungen an einen Bewußtseinsinhalt. Emotionen werden als solche erkannt und von ihrem Objekt getrennt. Geistesklarheit und Geistesruhe treten auf und verändern völlig die Art des Bewußtseins, mit seinen Gegenständen umzugehen.

Es ist, wie wenn wir aus der schmalen Box unserer gewöhnlichen Lebensmuster heraustreten und uns selbst von einer anderen, höheren Warte aus betrachten. Durch diese Betrachtung entwickeln wir eine Form des Durchschauens, das manchmal auch ein „Zer-Sehen" von inneren Komplexen genannt wird.

Meditation wurde und wird in fast allen Gesellschaften unserer Erde gepflegt. Nur die „aufgeklärte" Industriegesellschaft hat die innere Verbindung zu diesen Fähigkeiten des Menschen vernachlässigt und dafür mit richtungsloser Hektik und dem Gefühl der Entwurzelung bezahlt. In der modernen Seminarkultur kehrt aber die Meditation in vielen unterschiedlichen Formen zurück.

In der Meditation wird der Geist auf ein einzelnes Objekt konzentriert. Dies kann der eigene Atem sein, dessen Kommen und Gehen in den Nasenflügeln oder am Heben und Senken der Bauchdecke beobachtet wird. Andere Techniken verwenden Mantras (zB. „Om mani padme hum") oder das Zen sogenannte Koans („Hat ein Hund Buddha-Natur?"), also Fragen, die unser intellektuelles Verstehen überfordern und damit ausschalten. Im Christentum wurden auch oft Bibelzitate als Meditationsinhalte benutzt, aber man kennt auch die Form der „inhaltslosen" Betrachtung, die Kontemplation.

Naikan hat die meditative Fähigkeit des Menschen dazu benutzt, die eigene Tun in der Vergangenheit noch einmal zu durchleuchten und auf inspirierende und befreiende Erkenntnisse hin zu betrachten. In der Naikan-Übung vertieft sich der Geist immer mehr in seine eigenen Speicher und schöpft daraus Erkenntnisse, die uns ohne den besonderen Meditationszustand nicht zugänglich wären. 

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