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Selbstheilung

Naikan ist keine Psychotherapie im westlichen Verständnis. Eigentlich heilt sich der Teilnehmer im Naikan selbst. Die Methode Naikan stellt nur den geeigneten Rahmen für diesen Vorgang zur Verfügung. Innerhalb dieses Rahmens macht sich der Teilnehmer auf, seine Lebensgeschichte aufzuarbeiten. Innerhalb dieser Aufarbeitung kommt er natürlich auch zur Betrachtung von jenen Geschehen, auf die er neurotisch verstört oder mit psychosomatischen Phänomenen reagiert hat. Diese Ereignisse werden nun in empathischer Begleitung durch den/die Naikan-LeiterIn angesehen, einerseits noch einmal durchlebt, aber auch auf Grund des heutigen Verständnisses der Situation neu bewertet. Emotionale Blockierungen lösen sich durch diesen Prozess, ohne besonders thematisiert zu werden. Auch müssen nicht unbedingt sogenannte „Ur-Erlebnisse" gefunden werden, weil oft auch die familiäre Situation oder die Grundstimmung in der Familie (ausgeprägte Ängstlichkeit, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Missbrauch in allen Spielarten, destruktive oder unterdrückende Familienprogramme, innerfamiliäre Tabus usw.), aber auch in der Umgebung (etwa Krieg, Not, Repression, Minderheitenfeindlichkeit) Auslöser für verstörte oder krankmachende Reaktionen sind.

Die Heilung geschieht von innen heraus und ist in ihrer Auslösung und in ihrem Verlauf oft nicht nachvollziehbar. Sehr oft bemerken Teilnehmer erst nach dem Besuch des Naikans, dass sich Symptome gebessert oder gar verabschiedet haben, ihre Krankheit ausheilt oder sich zumindest deutlich bessert. Manchmal auch ändert sich die Grundhaltung zur Erkrankung und ermöglicht ein anderes, konstruktiveres Verhältnis zu ihr.

Psychotherapeutische Anwendungsgebiete von Naikan

Naikan hat seine Heilkraft gezeigt, indem Menschen mit einem bestimmten Leidensbild in ein Naikan-Zentrum gekommen sind und dort Heilung oder zumindest Linderung fanden. Die folgende Aufzählung ist darum nur eine taxative Erwähnung jener Fälle, die bisher ins Naikan gekommen sind und von deren Änderung ihres Krankheitszustands wir definitiv erfuhren. Die meisten Beispiele stammen aus unserer europäischen Naikan-Praxis, nur im Bereich Alkoholismus haben wir auch japanische Beispiele angeführt. Keineswegs ist das eine erschöpfende Aufzählung, weil praktisch jeden Tag andere Menschen mit ihren Leiden ins Naikan kommen und die allermeisten von ihnen eine positive Veränderung ihres Zustandes erfahren. Wenn Sie sich nicht im Klaren sind, ob Naikan Ihnen helfen könnte, dann suchen Sie bitte den Kontakt zu einem(r) Naikan-LeiterIn oder einem Therapeuten, der selbst Naikan-Erfahrung hat. Die Adressen der Naikan-Zentren oder Therapeuten finden Sie auf der entsprechenden Seite. Sie können uns aber auch Ihre Frage ins e-mail stellen und wir werden uns bemühen, sie entweder selbst zu beantworten oder von anderer kompetenter Stelle beantworten zu lassen.

Vertiefende Literatur:

Yoshihiko Miki „Naikan-Therapy"

Broschüre, zu beziehen über das Naikan-Zentrum Neue Welt Institut

Werner Beck „Laß die Bilder laufen"

Detlef Bölter "Sehen, was ich nicht sehen wollte"

Dr. Makoto Kusano „Depression und Naikan"

 

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