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Naikan wurde von Ishin Yoshimoto
aufgrund einer tiefen spirituellen Erfahrung geschaffen. Seine Frau hat ihn sein Leben
lang auf diesem Weg begleitet und unterstützt. Nach seinem Tode 1988 leitete sie das
Nara-Naikan-Zentrum alleine weiter, bis auch sie erkrankte und die Führung abgeben
musste. Im Februar 2000 ist auch Frau Yoshimoto gestorben.
Diese spirituelle Kraft hat Naikan zu dem
gemacht, was es heute ist: Eine Methode der tiefen Selbsterfahrung, die sowohl
psychotherapeutisch wirkt als auch den Menschen tief in die Sinnfindung und
Selbsterkenntnis hinein führt. Die Wurzeln in einer spezifischen (buddhistischen)
Tradition hat Naikan längst abgestreift. Es ist universal, für jeden zugänglich,
fordert kein Glaubensbekenntnis oder die Annahme eines bestimmten Lehrgebäudes. Es wirkt,
weil es wirkt. Und natürlich ist Naikan keine Sekte, die Gehorsam fordert oder die
Hingabe an einen Meister. Ganz im Gegenteil. Naikan zielt durch und durch auf die
Befreiung des Geistes von allen angenommenen Inhalten, zur Erkenntnis seiner unmittelbaren
Kraft und Vollkommenheit. Diesen Weg kann nur jeder für sich selbst gehen und Naikan
unterstützt ihn dabei.
Die einzelnen Naikan-Zentren haben je
nach Persönlichkeit des oder der Leiter ihre eigenen Schwerpunkte herausgebildet. Einige
sind sehr stark im therapeutischen Feld verankert, andere vor allem im Gebiet der
Selbsterfahrung, wieder andere vorzugsweise im spirituellen Bereich. In jedem einzelnen
Zentrum können die Übenden aber immer das ganze Spektrum der Methode für sich
entdecken, weil die Person des Leiters, der Leiterin nicht im Mittelpunkt der Übung
steht, sondern nur unterstützend am Rande.
Artikel:
Franz Ritter - Die spirituelle Seite von Naikan
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