Wochen-Naikan
Das klassische Naikan dauert 7
Tage. Die Zeitspanne von 7 Tagen wird in vielen spirituellen Übungen eingehalten, von den
keltischen Initiationsriten bis zu den Zen-Sesshins in Japan. Auch Naikan bedient sich
unseres inneren, vielleicht sogar biologisch begründeten Zeitbedürfnis, um eine
behutsame Reifung der Selbst-Erkenntnis zu ermöglichen. Das Mondviertel erlaubt den
AbsolventInnen, ihren Prozess in Ruhe zu beginnen, sorgsam zu vertiefen und auch genügend
Zeit für die Festigung der Ergebnisse zu haben.
Während dieser Woche wird jeden Tag sehr
intensiv gearbeitet. Das Naikan beginnt in der Regel um 7.00 Uhr morgens und endet
zwischen 21.00 und 22.00 Uhr. Es gibt auch keine offizielle Pause im Naikan, die gesamte
Zeit wird für den Innenschau-Prozess genützt. Durch das langsame,
vom Teilnehmer selbst gesteuerte Betrachtungstempo ist auch keine Pause nötig. Wenn der
Naikan-Prozess von innen her beginnt, würde auch jede Unterbrechung als sehr störend
empfunden werden. Daher klingen die Naikan-Bedingungen im
ersten Moment sehr anstrengend, doch durch die meditative Qualität des Prozesses ist
Naikan zwar intensiv, aber nicht anstrengend im üblichen Sinne. Ganz im Gegenteil, die
Woche wird von fast allen TeilnehmerInnen als erholsam und entspannend erlebt.
100 Stunden Arbeit am Selbst
In einem Wochen-Naikan werden etwa 100
Stunden Selbsterfahrung oder Therapie absolviert. Das ist rein zeitlich gesehen einem
Psychotherapie- oder Coaching-Prozess von etwa einem Jahr Dauer mit 2 Arbeits-Stunden pro
Woche vergleichbar. Durch die kompakte Form bleibt aber ständig ein gründlicher
Arbeitsprozess im Gange, der sehr viel tiefer geht als eine wöchentliche Begegnung mit
einem Therapeuten, Coach oder spirituellen Lehrer. Trotz der scheinbaren Kürze des
Prozesses sind die Ergebnisse äußerst nachhaltig. Der Naikan-Prozess
wirkt intensiv für mindestens ein Jahr nach und flacht dann nur ganz langsam ab. Und die
wesentlichsten Erkenntnisse der Woche sind echte Quantensprünge in unserem Geist
und verankern sich tiefgreifend in unserem Denken und Handeln.
Natürlich gibt es Situationen, in denen
eine längerfristige Begleitung sinnvoll ist. Diese sollen durch die im letzten Absatz
gemachten Aussagen nicht in Frage gestellt werden. Ganz im Gegenteil. In der Drogentherapie, aber auch in anderen Prozessen wie etwa dem Kodo-Naikan hat sich die Kombination von Intensiv-Naikan und
längerer Begleitung als eine äußerst effektvolle Form der Selbst-Arbeit erwiesen.
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